Yaza im Freien

verfasst von Hermine

Es war beinahe Vollmond, als sich sieben Mishoanis auf der Loislalm am Exelberg am Rande von Wien zusammenfanden, um Yaza zu üben. Das Wetter hätte dabei ruhig ein bisschen freundlicher sein dürfen. Also saßen die sieben bei Regen, Wind und Kälte dick und warm eingepackt auf der überdachten Terrasse eines Kleingartenvereinhauses. Bei Kerzenschein wurde ihnen aber zumindest warm ums Herz. Die Geräusche der Nacht umgaben sie, der Waldkauz, die Grillen und die Kröten sowie der Wind in den Bäumen waren mit uns, wie Teresa so treffend festgestellt hat. Getragen haben auch die inspirierenden Zen-Geschichten von Fleur, passend zum Vollmond: vom selbstlosen Hasen einerseits und von der befreiten Nonne Chiyono andererseits. „Der Hase im Mond“ sowie „Kein Wasser, kein Mond“ für alle, die diesmal leider nicht dabei sein konnten.

Die Nacht war lang und das Durchhalten eine Herausforderung. Ein paar kurze Stunden Schlaf haben sich der eine oder die andere deshalb erlaubt. Im Morgengrauen jedoch saßen die sieben Mishoanis wieder beharrlich auf der Terrasse und warteten auf das erste Blau am Himmel, als, begleitet von zaghaften Vogelstimmen, die Nacht in den Tag überging. Und beim gemeinsamen Frühstück wurden schon munter Pläne für das nächste Yaza bei Vollmond geschmiedet ….

Vielen Dank an Teresa und Michaela für die Initiative und für das Möglichmachen dieser ganz besonderen Erfahrung!